Der Baum als wachsender Grabstein
Wir begrüßen Sie auf unserer Website rund um die Bestattungsform "Der Baum als wachsender Grabstein". Hierbei werden z. B. um eine langlebige Eiche kreisförmig  44 unterirdische Kammern angeordnet.



DIE IDEE Es war Ziel, eine ansprechend gestaltete BaumGrabUrnenanlage zu entwerfen, die  die Naturverbundenheit der Verstorbenen zum Ausdruck bringt.
Ein Grab sollte immer mittels Gestaltung als solches erkennbar sein. So entstand die BaumGrabUrnenanlage "Der Baum als wachsender Grabstein". Hier wächst also mit der Zeit der "Grabstein". Er wird nicht nach 30 oder 50 Jahren wie ein normaler Grabstein abgeräumt und entsorgt. Der Baum kann somit richtig alt werden. Damit dies gewährleistet ist, dient die Fläche gleichzeitig als Baumschonbereich, in dem keine Wurzelverletzungen erfolgen. Dies geht nur mittels unterirdischer Kammern.
Der Verschluss der Kammer sollte  auch eine namentliche Erinnerung ermöglichen, solange eine Kammer  von den jeweiligen Angehörigen genutzt wird. Sollte die Ruhezeit irgendwann ablaufen, bleibt der Baum als Bezugspunkt erhalten. Die namentliche Erinnerung erlischt dagegen. Die Kammer wird wieder  vergeben und der wiederverwendbare Bronzedeckel mit einem neuen Plättchen beschriftet.
Die Bestattungsform "Der Baum als wachsender Grabstein" mit dem Urnenkammersystem (UKS) der BGU BaumGrabUrnenanlage GmbH ist für die Angehörigen  pflegefrei und für den Friedhofsträger pflegeleicht, weil das UKS übermäht werden kann.

DIE ERSTE ANLAGE


Bereits im Dezember 2004 wurde der erste "Baum als wachsender Grabstein" realisiert. Die Aufnahme ist von Mai 2005. 

DER BAUM Ein Baum als wachsender Grabstein sollte als bleibender Bezugspunkt möglichst langlebig sein. Um ein höchstmögliches Alter des Baumes zu gewährleisten, kommen einheimische Arten wie Eiche oder Linde am ehesten infrage.
Diese Bäume können ein Höchstalter von 500 bis 1.000 Jahre erreichen. So alt werden jedoch nur die wenigsten Eichen und Linden. Der Regelfall liegt eher bei 250 bis 300 Jahre...
Die Buche bildet leider eine sehr dichte Krone und hat einen hohen Feinwurzelanteil, so dass es unter diesem schönen Baum Gräser und Frühjahrsblüher oftmals sehr schwer haben. Weil diese Baumart so dominant ist, gibt es in Buchenwäldern auch keine Strauchschicht. Zudem ist die Abschottung bei möglichen Astausbrüchen relativ schlecht. Plötzliches Sonnenlicht, welches durch die Lücke der vorher geschlossenen Krone fällt, führt zudem zu Sonnenbrand, da die Rinde sehr dünn ist. Linden sind sehr langlebig, lassen sich im Gegensatz zu Buchen auch gut schneiden (falls notwendig) und ihr Laub zersetzt sich recht schnell. Läuse könnten jedoch den sogenannten Honigtau produzieren und dieser auf die Bronzedeckel tropfen und Spuren hinterlassen. Bleibt die Eiche, welche auch im Winter schön anzusehen ist. Sie ist einfach knorrig! Zudem ist sie als Friedhofsbaum recht selten. Auf Gräber herunter fallende Eicheln sind nämlich wenig beliebt. Hier spielt dies aber keine Rolle. Und da die Eiche sehr vielen Tieren Nahrung bietet, ist diese Baumart auch ökologisch wertvoll. Das einzige Problem könnte der Eichenprozessionsspinner darstellen. Aber zumindest bei der ersten Anlage haben sich bereits größere Ameisen angesiedelt (vermutlich die Rotbraune Sklavenameise), für die auch größere Raupen allenfalls eine willkommene Abwechslung im Speiseplan darstellen. Der Baum des Jahres 2018, die Ess-Kastanie (Castanea sativa) wäre ebenfalls eine Überlegung wert, da auch sie sehr alt werden kann. Zudem sind ihre leckeren Maronen roh oder geröstet zum Verzehr geeignet.

DER GRABSCHMUCK Nur während der kalten Jahreszeit sollte Grabschmuck in Form von Gestecken, Grablichtern und ähnlichem abgelegt werden. Ansonsten ist die Grabanlage nicht mittels Aufsitzmäher befahrbar. Auch hinterlassen insbesondere Blumenschalen, aber auch Kränze, Ton-Engel und anderer Grabschmuck, kahle Stellen im Gras. Der natürliche Grabschmuck, bestehend aus Frühjahrsblühern wie Schneeglöckchen, Krokus, Blaustern oder Winterling hat zudem Probleme im Frühjahr zur  Geltung zu kommen. Unter größeren Schalen gehen die Zwiebelpflanzen leider auch ein. Im allerbesten Fall schaffen sie es, am Rande des Gefäßes ans Licht zu kommen. Wer auf Grabschmck nicht verzichten kann, sollte diese Alternative zu Begräbniswäldern nicht wählen. Denn das Konzept des pflegefreien Grabes sollte auch für das Friedhofspersonal gelten. Es ist nicht zumutbar, dass vor jedem Mähgang Grabschmuck  entfernt und nach dem Mähen wieder am richtigen Platz aufgestellt wird.

DIE KAMMER Die unten offenen Edelstahlrohre sind 1,50 m lang und nehmen bis zu 4 Urnen auf. Die  Kammer kann also als Wahlgrab bzw. Familiengrab vergeben werden. Verlängerungen der Nutzungsdauer sind in diesem Fall üblich. Soll nur eine einzige Urne beigesetzt werden, kann eine Kammer auch als Reihengrab vergeben werden. Eine Verlängerung der Laufzeit ist dann jedoch üblicherweise nicht mehr möglich. Manche Kommunen belegen die 44 Kammern auch komplett mit je vier Urnen, so dass 176 Beisetzungen erfolgen können. In diesem Fall sind die Verstorbenen, die in einer Kammer beigesetzt wurden, nicht unbedingt miteinander verwandt. Die Kammer wird mit einem Bronzedeckel mit Baummotiv ebenerdig verschlossen, dem sie dadurch gleichzeitig als Fundament dient.
Eine wichtige Funktion haben die Kammern darüberhinaus als Wurzelschutz. Diese Herangehensweise wurde beim Entwurf "Der Baum als wachsender Grabstein" erstmalig umgesetzt. Es fand also echte Pionierarbeit in Sachen ganzheitlicher Baumschutz statt. In späteren Jahren werden keine Wurzeln beschädigt, wenn eine Nach- oder Neubelegung erfolgen soll. Die Baumwurzeln können ungestört um die Kammern herum wachsen. Kürzere Kammern sind natürlich günstiger in der Beschaffung. Das wissen vor allem uns nachahmende "Trittbrettfahrer", um ihre Gewinne zu maximieren. Aber sind kürzere Kammern auch für den Baum günstiger? Kürzere Kammern können insbesondere in Stammnähe von tief in den Boden reichenden Wurzeln im Laufe der Zeit angehoben werden. Wird dann die aus dem Boden herausragende Kammer oben abgeschnitten oder eher aufgegraben und die störende  Wurzel gekappt? Zudem passen in eine kürzere Kammer keine 4 oder gar 5 (Über-)Urnen hinein, so dass die Kammer nicht als Familiengrab vergeben werden kann. Ist ein Baum auch noch so mächtig, sind Beschädigungen des empfindlichen Wurzelwerks insbesondere auf Friedhöfen der Hauptgrund für ein vorzeitiges Absterben.Hier hat ein Baum ca. 100 m² Platz nur für sich allein und braucht keinerlei Abgrabungen fürchten. Gleichzeitig hat er die Funktion eines Grabmales.




Weitere bisher bekannte Synonyme sind: Urnenerdkammer, Urnenerdgrabsystem, Urnenröhre, Urnenerdröhre, Urnenhülse, Urnenerdhülse, Tubus, Zylinder.....
Allen gemeinsam ist, dass es mehr oder weniger Nachahmungen/Abwandlungen des Originals sind, welches erstmals 2004 beim Entwurf "Der Baum als wachsender Grabstein" eingesetzt wurde.
Äußerungen wie "Das von uns entwickelte System..." sind daher sehr kritisch zu betrachten, wenn es sich nicht um die oben dargestellte Ausführung handelt. Es wird von Dritten in diesem Fall eine Innovationskraft vorgetäuscht, die höchstens  die Abwandlung der oben dargestellten, geschützten Ausführung umfasst.

DIE WEGE Mit Granit gepflastere Wege machen eine ansprechende und gleichzeitig pflegeextensive Gestaltung erst möglich und markieren gleichzeitig die für den Baum so wichtige Fläche des so genannten Baumschonbereiches. Die Pflasterung verhindert, dass Angehörige kreuz und quer über die Fläche gehen und so insbesondere bei feuchtkalter Witterung irreversible Trittschäden bei Rasen und Frühjahrsblühern verursachen. Die Wege erleichtern zudem die Orientierung beim Aufsuchen des jeweiligen Grabes. Grundsätzlich werden von älteren Menschen feste Wegeflächen bevorzugt und das Überqueren von Rasenflächen insbesondere bei Matsch und Schnee als Zumutung betrachtet. Trotz der Kosten für die Pflasterung überwiegen die Vorteile gegenüber einer reinen Rasenfläche. Da Granitpflaster in historischen Innenstädten trotz Fahrzeugverkehr und Streusalz im Winter mehrere Jahrzehnte hält, kann im Friedhofsbereich von einer einmaligen Investition ausgegangen werden.

Für kleinkronige Bäume bietet sich eine Anlage mit 20 Kammern und einem kleineren Durchmesser von beispielsweise 8,00 m an. Dann ist die Fläche auch als Baumschonbereich noch ausreichend. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass beispielsweise ein Kugel-Ahorn oder eine Zier-Kirsche niemals auch nur annähernd das Alter einer Eiche oder Linde erreichen. Mit Ausnahme beispielsweise der Eibe gilt bei Bäumen leider überwiegend die Devise: je älter, desto größer, je größer, desto mehr Platzbedarf... Selbstverständlich kann man kleinere Anlagen auch um älter werdende Bäume anlegen. Dann entspricht das Wegesytem jedoch niemals dem Baumschonbereich, innerhalb dessen keinerlei Arbeiten im Erdreich erfolgen sollten. Das muss man wissen, um den Baum nicht irreversibel zu schädigen.



DER BRONZEDECKEL Als Verschluss der Kammer dient ein Bronzedeckel mit Baummotiv. Vorlage hierfür war eine knorrige Eiche in Schweden (siehe oben). Die Eiche ist über 250 Jahre alt, hat einen Stammumfang von über 4 Metern sowie eine Höhe und Breite von rund 25 Metern.  Das Baummotiv stellt das Ziel dar, wieder uralten, knorrigen Bäumen mit mächtigen Stämmen, also Sinnbildern für ewiges Leben, eine Zukunft zu ermöglichen. Dies ist innerhalb unserer Städte nur noch auf Friedhöfen möglich, denn selbst Parkanlagen mit einem wertvollen Altbaumbestand können im Interesse der Allgemeinheit Großprojekten schnell mal zum Opfer fallen. Jeder Bronzedeckel wird im sogenannten Wachsausschmelzverfahren gefertigt und ist somit ein echtes Unikat - echtes Handwerk also. Minimale  Abweichungen sind daher ganz natürlich - im Gegensatz zur industriellen Massenfertigung. In die Vertiefungen können Plättchen zur Beschriftung geklebt werden. So ist der Deckel, im Gegensatz zur steinernen Grabplatte mit eingravierten Buchstaben, mehrfach verwendbar und kann dadurch im Laufe der Zeit eine schöne Patina bilden. Die Plättchen haben die Maße 25 mm x 70 mm, der Deckel selbst hat ca. 290 mm Durchmesser. Die Plättchen können von jedem örtlichen Graveur zeitnah, problemlos und kostengünstig beschriftet werden. Diese Praxis hat sich seit mehr als 10 Jahren bewährt. Es fallen jedenfalls nicht wie bei Nachahmern Kosten von mehr als 90,00 € je Beschriftung an.





Seit einiger Zeit findet man im Internet Bilder mit  breiten Kiesstreifen um den Verschluss eines Urnenkammersystems. Dies soll verhindern, dass Gras zu schnell die Beschriftung verdeckt. Auch wenn der Rasenmäher keinen Kies hochschleudert, im angrenzenden Rasen verteilt oder einsaugt, der Kies im besten Fall einfach liegen bleibt, stellt sich zumindest aus fachkundiger Sicht die Frage, wie langfristig diese Lösung eine echte Lösung ist.
Zumal beim Mähen auch immer Gras im Kiesstreifen landen wird. Auch werden die für  England typischen Kieswege ständig geharkt. Nicht, damit diese so schön aussehen, sondern um Keimlingen keine Chance zu geben.
Ansonsten keimen  nämlich alle möglichen (Pionier-)Pflanzen über kurz oder lang im Kies. Nicht nur Ahorn, Birke, und Co., sondern auch Löwenzahn, Gräser, etc. sind für ein konkurrenzfreies Substrat dankbar.Und spätestens dann wird der Kiesstreifen entweder per Hand gesäubert oder aber mit dem Fadenkopf ausgemäht.
Dann aber sollten Umstehende mindestens 10 m Sicherheitsabstand einhalten. Dies fordern zumindest die einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften.



Bereits im Dezember 2004 wurde der erste "Baum als wachsender Grabstein" realisiert. Die Aufnahme ist von Mai 2005. 

WANDEL IM LAUFE DER ZEIT Die untere Aufnahme stammt aus 06-2011. Inzwischen ist  sicher, dass die Eiche die Großbaumverpflanzung überstanden hat. Der Dreibock wurde entfernt. Die Eiche steht jetzt auch alleine. Der Jahreszuwachs ist inzwischen recht ordentlich. Obwohl die Verpflanzung der Eiche geglückt ist, wird die Pflanzung einer kleineren Eiche an dieser Stelle empfohlen. Das Risiko, dass der Baum nicht anwächst, ist deutlich geringer. Der Rollrasen hat sich nach rund fünf Jahren gewissermaßen aufgelöst. Die umliegende Rasenfläche beziehungsweise deren Kräuter haben die Kreisfläche nun gänzlich erobert. Dies widerspricht jedoch einer naturnahen Bestattung in keinster Weise. Es handelt sich schließlich nicht um eine Golfplatzfläche. Auf dem Pflaster haben sich die ersten Moose und Flechten angesiedelt. Einige Bronzedeckel laufen bläulich-grünlich an - der Beginn der natürlichen Patina.


Die jüngste Aufnahme stammt aus 10-2017. Inzwischen weist die Eiche einen kräftigen Stamm auf. Die Krone ist - wie es sich für einen Baum im freien Stand gehört - ausladend. Einzelne Gestecke stehen als Feiertags-Vorboten bereits auf den Bronzedeckeln. Dies ist in der kalten Jahreszeit kein Problem, wird doch kein Rasen mehr gemäht. Wichtig ist nur: Gestecke stehen auf dem Bronzedeckel, nicht daneben im Gras, da ansonsten hässliche, kahle Stellen entstehen...